Schulbeginn: Schülerrückgang - weniger Klassen
Bildungsreferent Scheuch: Bildungspolitische Strukturreform greift
Auch das kommende Schuljahr bringt im Pflichtschulbereich einen weiteren Rückgang der Schülerzahlen und - heuer erstmals deutlich merkbar - eine geringere Anzahl an Klassen.
Das gab Bildungsreferent DI Uwe Scheuch im Zuge einer Pressekonferenz bekannt. "Die Anstrengungen zu Strukturreformen in Kärnten beginnen zu greifen", sagt Scheuch. Die Anzahl der "Überhanglehrer" konnte heuer erstmals seit Jahren reduziert werden, ohne dass es zu Qualitätseinbußen im Bildungsbereich kommt. "Außerdem haben unsere Projekte zur außerschulischen Betreuung wie z. B. die Sommerakademie den Eltern viel Geld gespart", so Scheuch.
Im Detail wurden folgende Eckzahlen für das kommende Schuljahr 2010/11 präsentiert.
(In Klammer das Schuljahr 2009/10)
Volksschulen 244 (251) Direktionsstandorte, 32 (32) Expositurstandorte, 1.293 (1.351) Klassen, 20.858 (21.143) Schüler, davon 5.647 (5.572) Tafelklassler
Hauptschulen 67 (70) Direktionsstandorte, 1 (1) Expositurstandorte, 737 (756) Klassen, 15.016 (15.696) Schüler
Polytechnische Schulen 8 (8) Direktionsstandorte, 38 (40) Klassen, 897 (882) Schüler
Sonderschulen 14 (15) Direktionsstandorte, 87 (105) Klassen, 560 (645) Schüler
Ingesamt 333 (344) Direktionsstandorte, 33 (33) Expositurstandorte, 2.155 (2.252) Klassen, 37.331 (38.366) Schüler, davon 5.647 Tafelklassler
"Auch letztes Jahr hatten wir einen massiven Rückgang bei den Schülerzahlen um rd. 1200 Schüler, der sich allerdings nicht in weniger Klassen niedergeschlagen hat. Heuer haben wir in diesem Bereich auf größere Effizienz geachtet und tatsächlich bei einem Schülerrückgang um 1035 Schüler auch eine Reduktion von 97 Klassen erreicht. Das bedeutet, dass wir mehr pädagogischen Spielraum in betreuungsintensiveren Bereichen haben", zeigt sich Scheuch erfreut. Im Österreichvergleich liege man bei den Klassenschüleranzahlen nach wie vor im unteren Durchschnitt.
An Standortveränderungen gebe es 3 aufgelassene Expositurklassen zu vermelden, und zwar in Lölling, Rubland und Reisach, die Errichtung der Expositurklassen Grades, Möchling und Loibach und die Auflassungen bzw. Zusammenlegungen der Direktionen der VS1 Spittal, HS2 Spittal/Drau, HS 4 Villach, VS 18 und VS 19 Klagenfurt, VS Patergassen, ASO St. Veit und der HS 2 Feldkirchen, die jeweils zu anderen Direktionen zugeteilt werden. "Immer im Einvernehmen mit den Gemeinden und Eltern", so Scheuch. Insgesamt gibt es heuer daher 11 Direktionen weniger.
Erleichtert zeigte sich Scheuch über den Rückzieher des Bundes bei der Verschärfung des Lehrer-Controllings. "Für Kärnten hätte dies zusätzlich noch einmal Mehrkosten in Höhe von 10 Mio Euro jährlich bedeutet! "Wir werden dieses Thema bei der nächsten LH-Konferenz und bei Gesprächen mit der Unterrichtsministerin ansprechen. Ich halte es für sinnvoller, dieses Thema im Verbund mit einer grundsätzlichen Schulverwaltungsreform zu klären", so Scheuch.
In diesem Zusammenhang verweist Scheuch darauf, dass man in Kärnten durch Pensionierungen und auslaufende Projekte heuer rd. 150 Überhanglehrer einsparen werde bzw. die Kürzungen der Lehrerposten durch den Bund abfedern konnte. Trotzdem gäbe es nach wie vor 600 Lehrer mehr, als der Stellenplan des Bundes heuer vorsehe. Scheuch: "Im Bereich der Integrationsklassen, bei der Legasthenie, bei Behinderten und durch die Neue Mittelschule haben wir mehr Lehrer als vom Bund vorgesehen. Dazu stehe ich aber, weil gerade hier eine besonders hohe Betreuungsqualität wichtig ist", erklärt der Kärntner Bildungsreferent. Die Reduktion von über 700 Lehrern letztes Jahr auf 600 heuer bedeute Einsparungen in der Höhe von rund 5 Millionen Euro.
Weiteres Einsparungspotenzial sieht Scheuch bei der Doppelgleisigkeit zwischen Bundes- und Landesverwaltung der Lehrer. "Wir im Land betreuen mit einem Drittel des Personals doppelt so viele Schüler als der Bund. Hier gibt es mittelfristig sicher ein Einsparungspotenzial von 3-5 Millionen jährlich. Auch dieses Thema werden wir bei der LH-Konferenz und bei meinem Termin mit der Ministerin noch im September besprechen", meint Scheuch.
Seiner Meinung nach solle die Grundkompetenz im Bildungsbereich beim Bund liegen, um einheitliche Standards zu garantieren. Die operative Umsetzung allerdings wäre laut Scheuch auf Landesebene sinnvoller, weil man näher dran sei. Der Plan des Kärntner Bildungsreferenten sieht vor, Kärnten im Schuljahr 2011/12 zur Modellregion einer neuen, schlanken Schulverwaltung zu machen.
Abschließend präsentiert Scheuch auch die Schlussbilanz der Kärntner Sommerakademien. Bei dieser Initiative des Bildungsreferenten werden Kärntner SchülerInnen bereits vor Schulbeginn auf den Lernstoff vorbereitet und erhalten kostenlose Nachhilfe. Insgesamt nahmen 700 Schülerinnen und Schüler in ganz Kärnten an diesem Angebot teil und wurden 14 Tage in 40 Bildungseinheiten von 80 Pädagogen auf das kommende Schuljahr vorbereitet. Scheuch dazu. "Im Vergleich zum letzten Jahr haben wir beinahe doppelt so viele Standorte (12 Hauptschulen statt 7) und fast 3 Mal so viele Kinder (700 statt 240).
Das zeigt den Riesenerfolg dieses Projekts, mit dem wir den Eltern rund 400.000 Euro an Nachhilfekosten ersparen", führt Scheuch abschließend aus.






